Zahnimplantate bei Osteoporose
Prinzipiell gilt zwar, dass das Einsetzen von Zahnimplantaten regulär bei jedem Patienten durchführbar ist, jedoch sollte hierbei dennoch Grundsätzliches beachtet werden:
Um auch auf Dauer einen bestmöglichen Komfort nach dem Einsatz von Zahnimplantaten gewährleisten zu können, muss der Knochen des Patienten stabil und robust genug sein, da anderenfalls das Implantat nicht halten würde. Natürlich kann in einem solchen Fall eine gewisse Knochenaufbau-Behandlung recht hilfreich sein, allerdings ist es ratsam, dass – insbesondere bei Osteoporose-Patienten – stets eine Einzelfallprüfung erfolgt.
Denn für den Fall, dass ein Zahnimplantat später lediglich unzureichend hält und nicht fest genug im Knochen verankert ist, könnten sich im Nachhinein (zum Teil schmerzhafte) Komplikationen ergeben.
Fakt ist, dass Patienten, die aufgrund bestimmter Knochenkrankheiten spezielle Medikamente einnehmen (insbesondere auch bei Osteoporose), müssen ein gewisses Risiko in Kauf nehmen, an der Kiefernekrose zu erkranken. Dieses Risiko besteht insbesondere bei der regelmäßigen Einnahme von so genannten Bisphosphonaten.
Bei der Kiefernekrose handelt es sich um nicht heilbare Extraktionswunden bzw. um freiliegende Ober- bzw. Unterkieferknochen (ein Teil des Kieferknochens stirbt ab), die einerseits – nach heutigem, medizinischen Stand – nicht zu behandeln sind sowie darüber hinaus mit starken Schmerzen einhergehen. Freilich ist eine solch’ gravierende „Nebenwirkung“ nahezu verschwindend gering, sie sollte in diesem Zusammenhang jedoch nicht unerwähnt bleiben.
Außerdem besteht dann ein erhöhtes Gefahrenpotential einer Infektion. Erst recht dann, wenn es sich bei dem betroffenen Patienten um einen (starken) Raucher handelt: der Heilungsprozess verlangsamt sich, auch das Risiko der Kieferknochenerkrankung erhöht sich. Aus vorgenannten Gründen ist demnach – insbesondere Patienten, die an einer fortgeschrittenen Osteoporose leiden – von einer Zahnimplantation eher abzuraten.
Bei Patienten, deren Osteoporose-Symptome noch nicht allzu weit fortgeschritten sind und bei denen dementsprechend die Medikation noch recht gering eingestellt ist, sollten vor der Verwendung in jedem Fall ihren Zahnarzt befragen. Eine intensive Untersuchung ist in jedem Fall unabdingbar!
Generell gilt, dass der Einsatz von Zahnimplantaten im Unterkieferbereich in der Regel problemloser vonstatten gehen kann, als im Oberkiefer. Denn hier ist eine weitaus stabilere Basis für das Implantat gegeben. Im Vergleich dazu verfügt der Oberkieferknochen über eine geringere Dichte, so dass oftmals für einen zusätzlichen Halt gesorgt werden muss. Nicht selten erfolgt unter diesen Umständen eine Knochenentnahme aus dem Unterkiefer oder gar aus dem Beckenknochen.
Nicht selten kommt es vor, dass das Gesicht der Patienten, die an Knochenschwund leiden, über kurz oder lang „eingefallen“ wirkt: dieses resultiert schlicht und einfach daraus, dass beispielsweise die Wangenpartie nicht mehr durch den Knochen abgestützt wird und demnach einen „schlaffen“ Eindruck macht.
Hinweis: ein entscheidendes Plus bei Zahnimplantaten ist de facto die Tatsache, dass sie gar in der Lage sind, Knochenschwund im Vorfeld einzudämmen! Das Prinzip hierbei ist nachvollziehbar: ein Knochen, der nicht mehr, bzw. nur noch in unzureichendem Maße belastet wird, bildet sich im Laufe der Zeit kontinuierlich zurück. Demzufolge gilt, dass nach dem Verlust eines Zahnes (oder mehrerer Zähne) – sofern möglich – umgehend auf die Verwendung von Implantaten zurückgegriffen werden sollte, um auf diese Weise den „echten“ Knochen zu unterstützen und ihn zu festigen.
Statistiken belegen, dass hierzulande die Zahl der Patienten, die ein Zahnimplantat erhalten, kontinuierlich ansteigt. Wen wundert es, denn die Erfahrungen sind im Allgemeinen vollends positiver Natur – auch langfristig gesehen.