Risikofaktor - Implantation im Ausland
Nicht selten hat der eine oder andere lange dafür sparen müssen, um eine dringend erforderliche, jedoch oftmals recht kostenintensive Zahnbehandlung durchführen zu lassen. Um hierbei nun zusätzlich noch Geld einsparen zu können, ziehen viele Patienten es vor, die geplante Zahnbehandlung in Polen, Ungarn, Tschechien etc. durchführen zu lassen. Fakt ist, dass sich die finanziellen Aufwendungen zu den Kosten für eine Zahnimplantation hierzulande zum Teil drastisch unterscheiden, so dass eine entsprechende Zahn-OP im Ausland überaus interessant sein kann.
Leider geschieht es jedoch unter Umständen, dass eine solche Maßnahme mit schwerwiegenden Komplikationen und entsprechenden Folgeschäden einhergeht. Starke Schmerzen, Frust sowie eine damit häufig verbundene starke, nervliche Belastung sind diesbezüglich die Folge. Nichtsdestotrotz heißt es in einem solchen Fall, einen kühlen Kopf zu bewahren und die Angelegenheit sachlich und mit einer größtmöglichen Objektivität zu betrachten. Natürlich dürfte dieses denkbar schwer fallen. Aber sollte es aufgrund der aufgetretenen Probleme (Kunstfehler des Arztes oder andere gravierende OP-Folgen) tatsächlich zu einer gerichtlichen Auseinandersetzung kommen, so kann sich ein unbedachtes Verhalten sogar negativ für den geschädigten Patienten auswirken.
Um also mögliche Schwierigkeiten bereits im Vorfeld auszuschließen, gilt es schon vor einer Zahnimplantation potentielle Risiken weitestgehend zu reduzieren. Aus diesem Grunde wird es für den Patienten überaus hilfreich sein, frühzeitig einige grundlegende Informationen zu sammeln, um auf diese Weise zumindest eine gewisse Sicherheit zu erlangen:
- Ein fachlich kompetenter Implantologe sollte demnach mindestens die folgenden Faktoren überprüfen bzw. den Patienten daraufhin untersuchen:
- Die Knochenqualität im Hinblick auf die Festigkeit muss gewährleistet sein, da anderenfalls keine Implantation durchgeführt werden kann
- Die Materialbeschaffenheit des Implantates, welches überdies über eine leicht poröse Oberfläche verfügen sollte, muss sich perfekt dem vorhandenen Knochenmaterial anpassen können (z. B. Titan)
- Eine explizite Überprüfung der Mundhygiene des Patienten ist vorab in jedem Fall erforderlich. Ist diese nicht gegeben, so hat unbedingt eine gründliche, professionelle Zahnreinigung zu erfolgen
- Welches Material wird später auf das Implantat aufgesetzt? Festsitzender Zahnersatz garantiert eine weitaus längere Lebensdauer, als dieses z. B. abnehmbare Brücken oder Prothesen gewährleisten könnten
Unabdingbar ist aus Patientensicht de facto auch die vorherige Überprüfung der fachlichen Erfahrungen bzw. der Qualifikationen des Implantologen, auch im Hinblick auf:
- Die hygienischen bzw. die sterilen Bedingungen
- Eine tatsächlich vorhandene Erlaubnis des behandelnden Kieferchirurgen, Zahnersatz eingliedern zu dürfen. Denn nicht in jedem (Bundes-)Land ist dieser auch berechtigt, Brücken, Prothesen etc. einzusetzen
- Die gegebenen Erfahrungswerte, denn nur ein entsprechendes Know-how kann in bestimmten Situationen während einer Operation effektiv dazu beitragen, Probleme frühzeitig zu erkennen und dadurch Komplikationen zu verhindern.
Das diesbezüglich erforderliche Wissen erhalten Patienten in der Regel bei der DGI (sprich: der Deutschen Gesellschaft für Implantologie), bei entsprechenden Online-Anbietern oder einschlägigen Internet-Foren sowie durch Erfahrungsberichte anderer Patienten. Diese sind unter anderem ebenfalls bei speziellen Anbietern im world wide web zu finden. Übrigens bieten diese in vielen Fällen gar eine (kostenfreie!) Vermittlung an kompetente und zuverlässige Dentalpraxen an.
Selbstverständlich kann es sich auch dann nicht immer hundertprozentig ausschließen lassen, dass dem Operateur ein Fehler unterläuft oder andere, unvorhergesehene Faktoren die OP in negativer Form (nachhaltig) beeinflussen.